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Als Tierschutzverein sehen wir es als unsere Pflicht an, die Übernehmer unserer Hunde über die sogenannte „Reisekrankheiten“, die auch als „Mittelmeerkrankheiten“ bezeichnet werden, zu informieren.

Aufgrund der Globalisierung und der klimatischen Veränderungen breiten sich diese Krankheiten immer weiter aus. Traten sie früher vorwiegend in den südeuropäischen Ländern auf, so findet man sie heute auch in Deutschland, Österreich und den osteuropäischen Ländern.

Wir empfehlen dringend, die übernommenen Hunde zeitnah nach der Einreise durch ein sogenanntes „Länderprofil“ auf  die in Ungarn vorkommenden Krankheiten testen zu lassen, bzw. die vor der Ausreise getesteten Hunde nach etwa 6 Monaten einem erneuten Test zu unterziehen.

Aufgrund dessen, dass viele deutsche Tierärzte nur wenig Erfahrungen mit der Diagnose und Therapie von „Reisekrankheiten“ haben, empfehlen wir, diese Untersuchungen bei dem Verein Parasitus Ex e.V. (www.parasitosen.de) durchführen zu lassen. Parasitus Ex e.V. forscht auf diesem Gebiet und hat ein eigenes Labor. Wir sind dort Mitglied, daher kostet der komplette Test (inklusive Beratung) 68 €, das ist sehr günstig. Sollten Sie weitere Fragen haben oder Hilfe brauchen, dann senden Sie bitte eine Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bitte beachten Sie, dass wir aus rechtlichen Gründen keine Behandlungsempfehlungen geben dürfen!

Getestet wird auf nachfolgende Krankheiten:

 

Erkrankungen durch Mücken

 

Leishmaniose

Vorkommen: Frankreich, Schweiz, Italien, ehem. Jugoslawien, Albanien, Spanien, Portugal, Griechenland, gewisse Teile Deutschlands, Ungarn nur vereinzelt

Durch den Klimawandel tritt die Leishmaniose in den letzten 20 Jahren auch zunehmend in Deutschland auf. Schätzungen zufolge, sind in Deutschland ca. 20.000 Hunde infiziert, im Ausland sind es über 35 % der Hunde. In manchen Gebieten ist die Rate noch sehr höher.

Die Leishmaniose wird durch Blut saugende Sandmücken bzw. Schmetterlingsmücken übertragen und ist eine der häufigsten „Importkrankheiten“ von Hunden. Bei Leishmanien handelt es sich um Protozoen (Einzeller), die sich in weißen Blutkörperchen (den „Fresszellen“ ) vermehren und innere Organe wie Leber, Milz und Nieren schädigen.

Durch den Klimawandel tritt die Leishmaniose in den letzten 20 Jahren auch zunehmend in Deutschland auf. Schätzungen zufolge, sind in Deutschland ca. 20.000 Hunde infiziert, im Ausland sind es über 35 % der Hunde. In manchen Gebieten ist die Rate noch sehr höher.

Häufig bricht die Krankheit erst Monate oder Jahre nach dem Mückenstich aus.

Leishmaniose infizierte Hunde müssen umfassend behandelt werden. Die Leishmaniose ist bei Hunden z.Z. noch nicht heilbar, deshalb ist die Sterberate sehr hoch. Bisher gibt es keine Impfung gegen Leishmaniose. Die Inkubationszeit kann mehrere Monate bis Jahre dauern.

Symptome der Leishmaniose: Auftreten plötzlich /allmählich / einzeln / gemeinsam

Am Auffälligsten:

- Hautveränderungen / Hautentzündungen ! nicht juckend !
- Offene oder verkrustete Wunden ! nicht abheilend!
- Ohrränder trocken, verkrustet, und „ausgefranst“
- Haarausfall um die Augen (optisch wie eine „Brille“ aussehend)
- symmetrischer Haarausfall und Schuppenbildung
- (beginnend am Kopf Verbreitung über den gesamten Körper)
- auffallend schnell wachsende Krallen
- Pigmentverlust im Nasen-Maulbereich (auch die Schleimhäute können betroffen sein)

Innere Organe:

- Leber-, Darm-, Blutgefäß-, Knochenmark-, Gelenk-, Nerven- und Muskelentzündung
- Nierenversagen
- Milzvergrößerung
- Lympfknotenschwellungen

Auftreten können auch:

- Gewichtsverlust
- allgemeine Schwäche
- Durchfall und Erbrechen
- Fieber
- Bewegungsstörungen / Lahmheit
- Augenentzündungen
- Nasenbluten
- Mundgeruch (durch Nierenschädigung)
- Blutarmut (Anämie)

Behandlung:

- je früher, um so erfolgreicher (viele Hunde können. behandelt, mit der Krankheit gut   leben)
- führt unbehandelt zum Tod!
- langwierig und kostenintensiv
- Keine vollständige Heilung möglich
- Symptome lindern / zum Abklingen bringen (klinische Heilung)
- Schonung ist wichtig, Stress vermeiden!!

Vorbeugung:

- kein 100%iger Schutz möglich
- Hund nicht mit in den Urlaub nehmen
- Sandmücken sind nachtaktiv: nach Sonnenuntergang nicht mehr im Freien aufhalten
- Eine Zulassung zum Schutz vor Sandmücken haben z.B. das Halsband Scalibor®, sowie die Spot-on Präparate Advantix® und Exspot®.

Übertragung auf den Menschen:

- keine direkte Übertragung möglich
- Ausnahme möglich (Wahrscheinlichkeit gering): Wundsekret des Hundes gelangt in offene Wunden beim Menschen. Betroffen wären Kleinkinder / immunschwache Menschen

 

Dirofilariose

Vorkommen: vor allem Süd- und Osteuropa, Deutschland

Durch verschiedene weibliche Mückenarten werden Mikrofilarien auf den Hund übertragen.
Die Inkubationszeit beträgt Wochen bis Jahre. Vom Stich bis zum Erreichen des Herzens ca. 70 - 110 Tage. In 5 – 6 Monaten entwickeln sich bis zu 20 – 30 cm lange Makrofilarien

Die Dirofilarose wird unterteilt in:

Dirofilaria immitis (Kardiovaskuläre Dirofilariose): befällt Lungenarterien, rechte Herzkammer und führt zu Herzwürmer (ca. 10 % der Hunde in Ungarn können infiziert sein)

Dirofilaria repens: befällt die Unterhaut (ca. 30 % der Hunde in Ungarn infiziert)

Dirofilaria immitis (Herzwurmerkrankung) ist eine parasitäre Krankheit der Hunde, seltener erkranken auch Katzen. Sie ist nur schwer zu behandeln und verläuft oft tödlich. In der Unterhaut erfolgt innerhalb von 2 Monaten die Entwicklung zum Larvenstadium. Diese Larven wandern über die Muskulatur in die Blutgefäße ein und entwickeln sich nach weiteren zwei bis drei Monaten zu den erwachsenen Herzwürmern (Makrofilarien). Die erwachsenen Herzwürmer sind etwa 1 mm dick und 20 bis 30 cm lang und siedeln sich vor allem im Lungenstamm, bei stärkerem Befall auch in der rechten Herzhälfte und den herznahen Abschnitten der Hohlvenen an. Etwa sechs Monate nach der Infektion bilden die Weibchen wiederum Mikrofilarien, die mit dem Blut in kleinere Blutgefäße gelangen und gegebenenfalls von Mücken beim Saugen wieder aufgenommen werden. Mikrofilarien können mehrere Jahre in der Blutbahn zirkulieren.

Oft verläuft die Krankheit ohne klinische Symptome. Bei schwerem Befall treten bei D. immitis folgende Symptome auf:

- Leistungsschwäche und schlechte Kondition (Herzschwäche)
- Gewichtsverlust
- Atemnot und Atembeschwerden
- Husten, auch Blutauswurf ist möglich
- Aszites (Bauchwassersucht)

Dirofilaria repens ist ebenfalls eine parasitäre Krankheit der Hunde, seltener erkranken Katzen. Das Hauptverbreitungsgebiet des Parasiten ist Südeuropa, zunehmend werden jedoch auch nördlichere Teile besiedelt. Er verursacht eine der Fadenwurminfektionen des Hundes, bleibt meist auf die Haut beschränkt und ruft nur selten klinische Symptome hervor. Ein Befall des Menschen ist ebenfalls möglich.

Folgende Symptome treten bei der D. repens auf:

- Knoten in und unter der Haut (Würmer im Unterhautbindegewebe)
- Juckende Hautveränderungen
- Hautekzeme

Test: Antigentest oft erst 6 Monate nach Infektion positiv

Vorbeugung: Spot-On-Präparate mit dem Wirkstoff Moxidectin

Wichtig:
Bitte denken Sie bei unklaren Symptomen – Fieber, Abmagerung, anhaltender Durchfall, unklare Röntgenbefunde usw. immer an die Möglichkeit, dass der Hund an einer in Deutschland nicht häufig vorkommenden Erkrankung leiden könnte und kontaktierten Sie Ihren Tierarzt und informieren Sie Ihren Vermittler. Wir lassen uns regelmäßig von Fachleuten beraten.

 

Erkrankungen durch Zecken

 

Babesiose

Die Babesiose des Hundes, die auch als „Hundemalaria“ bezeichnet wird, ist eine Infektionskrankheit, die eine Zerstörung der roten Blutkörperchen und damit eine mehr oder weniger ausgeprägte Blutarmut hervorruft.
In den 1970er Jahren war die Babesiose noch eine „Reisekrankheit“ und vorwiegend in süd- und osteuropäischen Ländern anzutreffen. Durch die Verbreitung der Auwaldzecke kommt sie inzwischen auch in Deutschland vor. Ohne Behandlung endet sie innerhalb weniger Tage tödlich. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 1 – 3 Wochen nach Stich. Menschen oder andere Tiere sind durch die beim Hund krankheitsauslösenden Babesien nicht gefährdet.

Merkmale der Erkrankung sind:

- hohes Fieber, oft über 40 Grad
- Kann schubweise auftreten
- dunkler Urin
- Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust
- Gelbsucht
- blasse Schleimhäute
- Atemnot möglich
- Erbrechen / blutiger Durchfall möglich (selten)
- evtl. entzündliche Veränderungen der Augen sowie Netzhautablösung
- Bewegungsstörungen und epileptische Anfälle
- durch Zerstören der Erythrozyten -> Anämie
- Spätstadium: Nierenversagen

Prophylaxe: Permethrinhaltiges Spot-On-Präparat

Eine Impfung kann Erkrankung nicht verhindern, nur Schwere reduzieren

 

Borreliose (auch Lyme-Borreliose genannt)

Die Borreliose des Hundes ist die häufigste durch Zeckenstiche übertragene Krankheit beim Hund.
 
In Deutschland tragen1/3 der Zecken Borrelioseerreger in sich. Sie tritt vor allem im Frühjahr bis Herbst auf. Aber auch im Winter, wenn die Temperatur über 7 Grad liegt, kann es zu Erkrankungen kommen. In Deutschland ist vor allem der „gemeine Holzbock“ für die Übertragung der Borreliose verantwortlich. Meist verläuft die Borreliose beim Hund ohne Beschwerden. In selteneren Fällen kann die Borreliose einen schweren und schlimmstenfalls tödlichen Verlauf nehmen. Die Inkubationszeit verläuft oft über Wochen bis Monate.

Sie äußert sich durch Symptome wie:
- Fieberschübe
- Apathie
- Appetitlosigkeit
- Entzündungen des Nervensystems
- Entzündung des Herzens
- Erkrankungen und Funktionsstörungen der Nieren
- Gelenkschmerzen / Muskelschmerzen (Anfassen des Hundes tut weh!)
- Gliederschmerzen (Hund bewegt sich ungern)
- Gelenkentzündung und Lähmungserscheinungen der Vorder- u. Hinterläufe (auch bei alten
Hunden) immer an Borreliose denken!!!
- geschwollene Lymphknoten

Behandlung:
- Antibiotika, evtl. entzündungshemmende Medikamente

 

Ehrlichiose (auch Zeckenfieber genannt)

Die Ehrlichiose ist eine akute bis chronische Infektionskrankheit. Sie ist u.a. im Mittelmeerraum anzutreffen. Durch die Erreger werden die weißen Blutkörperchen befallen.
Die Symptome sind meist unspezifisch und sehr mannigfaltig. Die Inkubationszeit liegt zwischen 5 – 21 Tage; 1 – 3 Wochen; evtl. bis Jahre.
In der akuten Phase äußert sie sich durch nachfolgende Symptome:
- wiederkehrendes Fieber
- Nasenbluten (schleimig eitriger Nasenausfluss)
- Erbrechen
- Abgeschlagenheit und Atemnot
- Schwellung der Lymphknoten
- Muskelzucken

Labordiagnostisch können eine Thrombozytopenie und ein hoher Gammaglobulinspiegel nachweisbar sein. Nach dieser Phase beginnt das chronische Stadium, ähnlich der Anaplasmose.

In der chronischen Phase äußert sie sich durch nachfolgende Symptome:
- Blutungen und Ödeme
- Abgeschlagenheit, Abmagerung, Blutarmut
- Milzvergrößerung
- Gelenkerkrankungen mit Krämpfen

Behandlung: Antibiotika

 

Anaplasmose I (Granulozytäre Ehrlichiose)

Überträger der Anaplasmose ist der Holzbock. Anaplasmen sind Bakterien. Sie vermehren sich in den weißen Blutkörperchen.

Sie kommen zw. 40. Und 65. Breitengrad, ganzjährig in Deutschland, Wälder und Waldrandbereiche, Schweden, Norwegen, England, Niederlande, Polen, Ungarn, Österreich, Schweiz, Tschechien, Slowenien, Kroatien, Bulgarien, Frankreich, Nordspanien, Norditalien vor.

In akuter Phase ähneln die Symptome der Ehrlichiose, zusätzliche können neurologische und arthritische Symptome wie:

- Epileptische Anfälle
- Ataxie (Störung des Bewegungsablaufes)

auftreten

Merkmale der Erkrankung sind:

- Angsattacken
- Laufen im Kreis
- Gelenkschwellungen, Gelenkschmerzen, Gelenkentzündungen

Übertragung von Anaplasmose über den Hund auf den Menschen ist nicht bekannt, durch direkten Blutkontakt denkbar.
Erkrankung beim Menschen: Humane granulozytäte Ehrlichiose (HGE)

Behandlung: mit Doxycyclin, unbehandelt meist tödlich

Zur Vorbeugung gut geeignet sind Spot-On-Präparate mit Permethrin, Deltamethrin-Halsbänder

 

Anaplasmose II

Überträger ist auch hier die Braune Hundezecke. Die Anaplasmose II kommt vor allem in Südeuropa vor. Die Symptome ähneln der Ehrlichiose bzw. der Anaplasmose I

Frühsommer-Meningo- Enzephalitis FSME (Hirnhautentzündung)

Der Überträger der FSME ist ebenfalls der Holzbock. Sie kommt bei bei Hunden sehr selten vor. Übertragen wird die FSME durch Viren, die Inkubationszeit beträgt 1-2 Wochen.

In Europa ist das Virus in vielen Ländern endemisch mit Ausnahme der iberischen Halbinsel, der Benelux-Länder und Großbritannien. In Deutschland konzentrieren sich die endemischen Gebiete auf Bayern und Baden-Württemberg sowie begrenzte Regionen in Hessen, im Saarland, in Brandenburg, Berlin, Sachsen und Thüringen.

Merkmale der Erkrankung sind:

- Sehr hohes Fieber
- Verhaltensänderung (apathisch bis übererregt)
- Schmerzempfindlichkeit im Nacken und Kopfbereich
- Schädigung des ZNS: epileptische Anfälle, Krampfanfälle, Gangstörungen,
- Bewegungsstörungen
- DD: Tollwut, Staupe, Borreliose

Ohne Behandlung verläuft die FSME tödlich.

Behandlung: symptomatisch, mit Antibiotikaabdeckung

 

Hepatozoonose

Die Hepatozoonose ist eine recht neue Erkrankung in Europa. Ursprünglich stammt sie aus Afrika. Vermutlich wurde sie mit Schiffen in Europas Hafenstädte importiert.

Mittlerweile findet man sie auch in ländlichen Regionen Südeuropas.

Durch Zerbeißen der Braune Hundezecke werden Kokzidien auf den Hund übertragen.

Die Erreger gelangen über den Darm in den Blutkreislauf und befallen Milz, Knochenmark, Leber, Nieren und Lymphknoten. Die Inkubationszeit beginnt nach Zerbeißen der Zecke.

Nachfolgende Symptome treten bei Befall mit Leukozyten auf:

- Stark variierend
- Fieber
- Anämie
- Abmagerung
- Lymphknotenschwellungen
- Nasen- und Augenausfluss
- Blutiger Durchfall
- Muskelschwäche
- Steifer Gang
- Epilepsieähnliche Anfälle

Alle Informationen basieren auf Erfahrungen und den derzeit uns bekannten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie erheben keinen Anspruch/ Garantie auf Vollständigkeit und Richtigkeit! – Stand: Dezember 2014.

Copyright: Marielies Steudtner, Sabine Mönnichs

Quellenangaben:
Krause M, Breu S.: Lehrbuch Tierfachkraft (Hunde) (noch nicht veröffentlichtes Manuskript)
www.parasitosen.de

Für weitere Informationen sprechen Sie uns gerne an!

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